Apfel und Stamm

Studien zeigen, dass über 80 % der Hochstamm-Obstbäume in Österreich seit Beginn des 20. Jahrhunderts verschwunden sind – mit weiter sinkender Tendenz. Zudem erleben wir eine Wertschätzungskrise in der Landwirtschaft, schwindender Bezug von Kindern und Jugendlichen zu natürlichen Kreisläufen, Biodiversität und ökologischen Zusammenhängen unserer Lebensmittelproduktion.

Die Bildungsinitiative „Apfel und Stamm“ will genau diese Probleme an der Wurzel packen und steckt sich drei konkrete Ziele bis Ende 2026:

  • über 3.000 Kinder und Jugendliche für ökologische Zusammenhänge und Biodiversität am Beispiel des Obstbaums zu sensibilisieren
  • über 20 Lehrkräfte in den Grundlagen der Obstbaumpflege zu schulen
  • mind. 25 Obstbäume an öffentlichen Standorten pflanzen und deren Pflege garantieren

An wen richtet sich die Initiative vordergründig? Das grundlegende Ziel von „Apfel und Stamm“ besteht darin, Kinder und Jugendliche verschiedenster Altersklassen für das Thema Obstbaumpflege zu begeistern. Das Gesamtkonzept richtet sich somit an Kindergärten, Volksschulen und Höhere Schulen.

Im ersten Jahr liegt der Fokus der Bildungsinitiative ganz klar auf dem Süden Wiens (Industrieviertel). Hierzu zählen Bildungsreinrichtungen in den Bezirken Mödling, Baden bis hin zu Schulen und Kindergärten in Wiener Neustadt.

Ziel: Den urbanen Raum mit dem Wissen rund um Obstbäume zu begeistern, um ein Interesse zu entfachen, ohne dass es große Exkursionen zu einem Bauernhof braucht. Denn es sollte für jede Schule leistbar, zeitlich umsetzbar und trotzdem reich an Mehrwert in Form von Lehrmaterial, Umweltwissen und anschaulichen Beispielen ökologischer Kreisläufe sein. Zudem beherbergen viele Hausgärten Obstbäume und sind somit auch perfekte Lehr- und Lerngrundlage.

Obstbäume bieten eine perfekte Bildungsbrücke zwischen urbanem Raum und landwirtschaftlichen Prozessen. Eine Mission für die nächste Generation Kinder wachsen zunehmend digitalisiert auf und verlieren den Bezug zuNaturprozessen und zu den Lebensmitteln, die sie tagtäglich konsumieren.

„Apfel und Stamm“ bringt sie mit Obstbäumen, deren Pflege und den Früchten in Kontakt – Wissen, Traditionen und Kulturbäume werden weitergegeben, erhalten und in die Zukunft getragen. Die Bildungsinitiative „Apfel und Stamm“ vermittelt Kindern und Jugendlichen praxisnahes Wissen über Obstbäume, ökologische Zusammenhänge und nachhaltige Lebensmittelproduktion. Schüler*innen erleben den Lebenszyklus eines Obstbaumes vom Austrieb bis zur Ernte und lernen aktive Pflegemaßnahmen wie Pflanzung, Krankheitsbekämpfung und Schnittmaßnahmen kennen. Schulen können dabei mit regionalen, robusten Jungbäumen ausgestattet werden, Selbstbestimmung durch eigenes Anpacken erleben und durch praktische Beispiele (z. B. Verarbeitung und Verkostung) den ökologischen Kreislauf vom Baum bis zum Lebensmittel verstehen.

🌳 Ziele

Ziel der Initiative „Apfel und Stamm“ ist es, Kindern und Jugendlichen Naturphänomene greifbarer zu machen, der Landwirtschaft mehr Wertschätzung entgegenzubringen und nachhaltiges Denken in junge Köpfe zu bringen und das mit einem ganzheitlichen Zugang, der alle Aspekte von der Auspflanzung von Jungbäumen bis hin zur Zubereitung von Marmeladen und Trinksäften abdeckt.

Der Obstbaum ist das, was die Landwirtschaft und den Hausgarten verbindet, was Generationen miteinander verbindet und das, was im urbanen Raum die Brücke zum Land schlagen kann. Pädagogische Ziele

  • Bewusstsein für natürliche und landwirtschaftliche Prozesse stärken
  • Verständnis für den Lebenszyklus von Obstbäumen entwickeln
  • Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit im nachhaltigen Kontext erleben
  • Einen Blick für die Vitalität und Vielfalt der Natur entwickeln
  • Förderung ökologischer Kompetenzen (BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung)
  • Auseinandersetzung mit Biodiversität, Bestäubung, Ernährung, Nachhaltigkeit
  • Förderung von Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein
  • Stärkung motorischer Fähigkeiten durch praktische Arbeiten
  • Stärkung von Umweltkompetenz im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gemäß nationalen und landesweiten Umweltbildungszielen.

🌍 Ökologische Ziele

  • Ein größeres Bewusstsein für das Ökosystem Streuobstwiese entwickeln
  • Förderung naturnaher Pflege- und Bewirtschaftungsformen im Sinne ökologischer Landschaftspflege
  • Die Landwirtschaft mit urbanen Strukturen verbinden
  • Verbesserung der Artenvielfalt im Schulumfeld· Förderung regionaler Obstsorten
  • Langfristige Etablierung von Streuobststrukturen im öffentlichen Raum
  • Bewusstsein für klimafreundliche, lokale Lebensmittel
  • Die gepflanzten Bäume verbleiben dauerhaft am Schulstandort und werden so zu mehrjährigen Lern- und Lehrorten für zukünftige Generationen